Christoph Kuch im Interview

Christoph Kuch ist ein erfolgreicher Mentalmagier. Er ist Deutscher Meister und Gewinner der Weltmeisterschaft der Zauberkunst in der Sparte Mentalmagie. Mit seinen spannenden Geschichten schafft er eine magische und atemberaubende Atmosphäre, bezieht das Publikum in seine Show mit ein und öffnet mit einem Augenzwinkern das Tor zu einer faszinierenden Welt der Gedanken. Am 18. März 2023 feiert der erfahrene Mentalist im Heimathafen Neukölln Berlin Premiere und führt mit seinem Programm »Ich weiß« erstmalig das Berliner Publikum an die Grenzen zwischen Realität und Fiktion. Anlässlich der Premiere haben wir uns mit Christoph Kuch zum Gespräch verabredet.

In meiner Heimatstadt Nürnberg gab es einen Zauberladen, zu dem ich dann jahrelang mein Taschengeld trug.

Was können wir uns unter Mentalmagie vorstellen?

Mentalmagie ist eine Form der Zauberkunst. Als Mentalmagier vermittle ich auf der Bühne den Anschein, Gedanken lesen zu können, Menschen zu beeinflussen oder Ereignisse vorhersagen zu können. Spannend ist Mentalmagie insbesondere, weil der/die Zuschauer*in nicht weiß, was durch psychologische Phänomene tatsächlich machbar ist und wann Zauberei im Spiel ist.

Wie hast du zur Zauberei bzw. Mentalmagie gefunden?

Meine Lieblingstante schenkte mir im Alter von sechs Jahren einen Zauberkasten. Bei vielen landet der sehr schnell im Eck, ich fand es faszinierend die gesamte Familie samt Hund mit Zauberkunststücken zu unterhalten. In meiner Heimatstadt Nürnberg gab es einen Zauberladen, zu dem ich dann jahrelang mein Taschengeld trug und mir viele nützliche und unnütze Kunststücke kaufte. Mit 16 lernte ich meinen Mentor kennen, der mich dann weiter in die Geheimnisse von Zauberei und Bühne einführte. Im Studium hatte ich dann Wirtschaftspsychologie als Schwerpunkt und dann kam der Schwenk zur Mentalmagie.

Welche Art von Fähigkeiten braucht es, um Mentalmagier zu sein?

Das Wichtigste, wie sicher in jeder Kunstform, ist die Leidenschaft, in meinem Fall eben die Leidenschaft für die Magie. Ein gewisses Talent und keine Angst auf einer Bühne vor vielen Menschen zu stehen, hilft sicher auch. Ansonsten ist Mentalmagie erlernbar, wie Klavierspielen oder Turmspringen.

Welche psychologischen Tricks werden in der Mentalmagie angewendet?

Grundsätzlich werden in der Mentalmagie, wie in jeder anderen Form der Zauberkunst auch, eine Vielzahl psychologischer Tricks angewandt. Ablenkung, Beeinflussung etc. sind für jede*n Zauberer*in wichtig. Hauptsächlich ist es aber bei mir die Zuschauer*innenwahl und ich versuche immer die Zuschauer*innen zu wählen, die auf mich einen offenen Eindruck machen. Dadurch, dass die Mentalmagie nicht so visuell ist, ist es wichtig, Zuschauer*innen zu finden, die gut reagieren. Tun sie dies, so überträgt sich das auf das gesamte Publikum.

Gibt es Menschen, die für dich nicht so leicht zu durchschauen sind?

Interessanterweise funktioniert Mentalmagie am besten bei Menschen, die mich nicht so gut kennen. Bei meinen Kindern oder meiner Frau tue ich mich da tatsächlich sehr schwer, auch wenn diese natürlich immer meine ersten „Opfer“ sind, wenn ich etwas Neues ausprobiere.

Welches mentalmagische Erlebnis wird dir für immer in Erinnerung bleiben?

Wahrscheinlich meine Teilnahme und der Gewinn der Weltmeisterschaft 2012 im englischen Blackpool. Aber auch bei Fool Us im amerikanischen TV dabei gewesen zu sein und zwei Weltstars der Zauberkunst zu täuschen, ist und bleibt ein unvergessliches Erlebnis.

Wie wichtig ist der direkte Kontakt zu den Menschen bei der Mentalmagie?

Die Mentalmagie lebt von dem direkten Kontakt zu Menschen. Nur Live kann es wirklich erlebt werden. Im TV oder online ist das nur sehr eingeschränkt möglich.

Bist du 24/7 Mentalmagier oder nur auf der Bühne?

Wahrscheinlich denke ich 24/7 über Mentalmagie nach, das bringt die Leidenschaft für die Zauberei mit sich. Aber Mentalmagier bin ich tatsächlich nur auf der Bühne.

Hast du mich schon durchschaut und weißt, welche Abschlussfrage jetzt kommt?

Ich wusste, dass diese Frage kommt, aber das ist reine Statistik, denn sie wird immer gestellt. 🙂

Kannst du uns einen Trick verraten, den wir im Alltag selbst anwenden können?

Man kann lernen, Glück zu haben. Jeden Abend vor dem zu Bett gehen solltet ihr euch drei Dinge notieren, die euch an diesem Tag glücklich gemacht haben, z.B. die grüne Welle zur Arbeit, das Mensch ärgere dich nicht Spiel mit den Kindern oder ähnliches. Wissenschaftler*innen haben herausgefunden, dass Menschen, die dies über einen gewissen Zeitraum machen, weniger depressiv und glücklicher sind, weil sie sich Glücksmomente viel stärker bewusst machen und erleben.

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