Foto: Verena Eidel

GAZINO BERLIN

Eine szenisch-musikalische Zeitreise zwischen Bosporus und Spree (Teil 1 – Özlem ist Sehnsucht / Teil 2 – İşçi heißt Arbeiter*in)

Gazino Berlin bringt erstmalig die große Migrations- und Berlin-Istanbul-Trilogie »Sonne auf halbem Weg« von Emine Sevgi Özdamar zur Aufführung und lädt das Publikum ein, sich gemeinsam auf die Zeitreise durch die Jahrzehnte vor und nach dem Anwerbe-Abkommen zu begeben.

Gökşen Güntel und ihr Ensemble kreieren dazu mit der vierköpfigen Band um Turgay Ayaydınlı und Aziza A. ein zeitgemäßes glamouröses Gazino, lassen klassische türkische Musik auf die damals zeitgenössische Popmusik treffen und schlagen dabei immer wieder einen Bogen ins Heute. Bei Raki, Wein und Bier werden nicht nur die größten, absurdesten, traurigsten oder komischsten Momente der vergangenen Zeiten erlebbar – auch Gazino-Stars von damals wie Zeki Müren leben noch einmal auf der Bühne auf. Gazinos, das sind Nachtclubs mit Livemusik und Restaurantbetrieb. In der Türkei gibt es davon viele – die großen, bekannten aus den »goldenen Zeiten«, und die weniger angesehenen, versteckt in engen, dunklen Gassen. Auch in Berlin gab es Gazinos – doch heute ist diese Tradition so gut wie ausgestorben.

Entlang der Lieder vergangener Zeiten entspinnt sich die Geschichte einer ungewöhnlichen jungen Frau aus der Türkei der fünfziger Jahre bis ins heutige Berlin. Ein Lebensweg zwischen den Kulturen, zwischen Bosporus und Spree – immer auf der Suche, immer auf halbem Weg. Wir durchleben im ersten Teil ihre Kindheit und Jugend in der noch jungen türkischen Republik zwischen ökonomischen Nöten, Aberglaube und Aufbruch und folgen ihrer Reise im zweiten Teil als Gastarbeiterin in Berlin bis zu ihrem politischen und sexuellen Erwachen.

In jedem Teil wird jeweils eine andere Dekade und deren Lieder in den Blick genommen. Aus den Erfahrungen der ersten Generation entsteht so eine Erinnerung und Gegenwartsbefragung, indem sich das Ensemble pro Teil mehr und mehr selbst in die Geschichte mit hineinschreibt, kommentiert und Erinnerungen der eigenen Elterngeneration einfügt. Durch die Retrospektive versucht Gazino Berlin zu verstehen, was uns die Vergangenheit über unsere Gegenwart und vielleicht sogar unsere Zukunft verrät.

So wie jeder der beiden Romanteile bei Özdamar eine sehr unterschiedliche Sprache und Stilistik gefunden hat, spielt auch auf der Bühne jeder Teil mit einer eigenständigen Form für die jeweilige Wegstrecke unserer Protagonistin: während im ersten Teil die Schauspiel-Szenen und Musik interdisziplinär mit Live-Kamera und Video verwoben werden, sucht der zweite Teil eine abstraktere Form über den Wechsel von gelesenen Romanpassagen und den Liedern.

Teil 1 – #Özlem ist Sehnsucht (Schauspiel + Musik)

Im ersten Teil werden die Umstände einer Kindheit und Jugend in der Türkei der 50er Jahre geschildert, die eine junge Frau schließlich zum Gehen nach Deutschland bewegen. Von der Geburt in Malatya, Anatolien, Ende der 40er Jahre, bis zur Zugfahrt nach Deutschland Mitte der 60er, begleiten wir das Heranwachsen eines Mädchens und die Odyssee ihrer Familie durch die Türkei – von Istanbul über Bursa bis nach Ankara – auf der Suche nach Arbeit. Während das Mädchen Kindheit und Jugend durchlebt, bleibt die Familie in permanenter Bewegung, innerlich und äußerlich. Die Zerrissenheit des Landes zwischen Tradition und Moderne spiegelt sich auch in der Familie wider. Da gibt es die alten Mythen, von der Großmutter erzählt, die Geisterbeschwörungen und die traditionelle Strenge, ebenso wie die Versprechungen des modernen Lebens mit den Nachtclubs, den amerikanischen Kinofilmen, den Aufstiegshoffnungen und der Sehnsucht nach einem guten Leben. Als die junge türkische Republik zunehmend auch politisch in die Krise gerät, die in dem ersten Militärputsch von 1960 gipfelt, sucht die Familie und vor allem unsere junge Frau nach einem Neubeginn.

Teil 2 – #İşçi heißt Arbeiter*in (Szenische Lesung + Musik)

Der nachfolgende Teil setzt die Erzählung mit den Erlebnissen der jungen, kaum erwachsen gewordenen Frau als Gastarbeiterin bei Telefunken im West-Berlin der 60er Jahre fort. Während sie tagsüber im Akkord Radiolampen bearbeitet, träumt sie abends davon, Schauspielerin zu werden. Von der Einsamkeit, der kontrollierenden Frauengemeinschaft in Fabrik und Wohnheim, der Fabrikarbeit und dem starken Heimweh nach ihrer Mutter löst sie sich durch die Begegnung mit dem anderen Berlin – das der Straße, der alten Tanzlokale, der Kneipen, der Arbeitervereine und der Studentenunruhen. Wieder wird sie von den politischen Strömungen der Zeit mitgerissen, findet dabei Freunde, ihre erste Liebe und sexuelle Freiheit, aber bleibt auch immer auf der Suche nach einer inneren Heimat.

Der geplante dritte Teil kann corona-bedingt leider noch nicht zur Aufführung kommen.

Vorsicht ist weiterhin geboten!
Um eine Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern und eure Gesundheit und die unserer Mitarbeiter*innen zu schützen, finden alle unsere Vorstellungen unter strenger Einhaltung der Hygiene-Schutzmaßnahmen statt. Wir sorgen über unsere Belüftungsanlage für regelmäßige Frischluftzufuhr. Getränke bekommt ihr an unserer Bar im Hof (solange das Wetter mitmacht).

Bitte beachtet folgende Abstands- und Hygiene-Regeln. Wir empfehlen außerdem die Nutzung der Corona Warn-App.

HeimatSaalszenisch-musikalische ZeitreiseTheater
Besetzung

Konzept: Gökşen Güntel, Sabine Salzmann, Julia von Schacky
Technische Leitung: Peter Rachel
Tontechnik: Aiva Yamac
Lichttechnik: Oskar Iser

Teil 1

Regie: Gökşen Güntel
Textfassung: Gökşen Güntel
Mit: Gisela Aderhold, Uğur Kaya, Hasan Ali Mete, Hürdem Riethmüller, Mina Sağdiç

Livemusik: Aziza A., Turgay Ayaydınlı, Yurdal Çağlar, Bekir Karaoğlan
Musikalische Leitung, Komposition und Arrangements: Turgay Ayaydınlı
Bühne und Produktionsleitung: Julia von Schacky
Kostüm: Orli Baruch
Dramaturgie: Sabine Salzmann
Regieassistenz: Jaika Bahr und Tim Jakob
Hospitanz: Tobias Sill und Irena Fedorova
Assistenz Bühnenbild: Laura Prestel
Assistenz Kostüm: Chiayu Hsieh

Teil 2

Szenische Einrichtung: Tim Jakob, Julia von Schacky
Textfassung: Tim Jakob, Sabine Salzmann, Julia von Schacky,
Mit: Hürdem Riethmüller, Mina Sağdiç

Livemusik: Aziza A., Turgay Ayaydınlı, Yurdal Çağlar, Bekir Karaoğlan
Musikalische Leitung, Komposition und Arrangements: Turgay Ayaydınlı
Bühne und Produktionsleitung: Julia von Schacky
Assistenz Bühnenbild: Laura Prestel

Veranstalter

Eine Veranstaltung des Saalbau Neukölln Kultur & Veranstaltungs GmbH, Karl-Marx-Str. 141, 12043 Berlin, Deutschland

Ermäßigt: 16,00 € (zzgl. VVK-Gebühren)
Normalpreis: 23,00 € (zzgl. VVK-Gebühren)

Dauer: 90min / Ohne Pause

Bestuhlt (Saal) / Ticketinformationen

5er-Tische lassen sich via karten@heimathafen-neukoelln.de buchen

SA 26.9.2020
20:00h
HeimatSaalszenisch-musikalische ZeitreiseTheater

Premiere

Teil 1 – Özlem ist Sehnsucht

FR 9.10.2020
20:00h
HeimatSaalszenisch-musikalische ZeitreiseTheater

Premiere

Teil 2 – İşçi heißt Arbeiter*in

FR 13.11.2020
20:00h
HeimatSaalszenisch-musikalische ZeitreiseTheater

Verlegt

auf den 19. Februar (Teil 2 – İşçi heißt Arbeiter*in)

SA 14.11.2020
20:00h
HeimatSaalszenisch-musikalische ZeitreiseTheater

Verlegt

auf den 26. Januar (Teil 1 – Özlem ist Sehnsucht)

DO 26.11.2020
20:00h
HeimatSaalszenisch-musikalische ZeitreiseTheater

Verlegt

auf den 27. Januar (Teil 1 – Özlem ist Sehnsucht)

FR 27.11.2020
20:00h
HeimatSaalszenisch-musikalische ZeitreiseTheater

Verlegt

auf den 20. Februar (Teil 2 – İşçi heißt Arbeiter*in)

DI 26.1.2021
20:00h
Zu Kalender hinzufügen 01/26/2021 8:00 pm 01/26/2021 10:00 pm Germany/Berlin GAZINO BERLIN – Heimathafen Neukölln

Eine szenisch-musikalische Zeitreise zwischen Bosporus und Spree (Teil 1 – Özlem ist Sehnsucht / Teil 2 – İşçi heißt Arbeiter*in)


Gazino Berlin bringt erstmalig die große Migrations- und Berlin-Istanbul-Trilogie »Sonne auf halbem Weg« von Emine Sevgi Özdamar zur Aufführung und lädt das Publikum ein, sich gemeinsam auf die Zeitreise durch die Jahrzehnte vor und nach dem Anwerbe-Abkommen zu begeben.

Gökşen Güntel und ihr Ensemble kreieren dazu mit der vierköpfigen Band um Turgay Ayaydınlı und Aziza A. ein zeitgemäßes glamouröses Gazino, lassen klassische türkische Musik auf die damals zeitgenössische Popmusik treffen und schlagen dabei immer wieder einen Bogen ins Heute. Bei Raki, Wein und Bier werden nicht nur die größten, absurdesten, traurigsten oder komischsten Momente der vergangenen Zeiten erlebbar – auch Gazino-Stars von damals wie Zeki Müren leben noch einmal auf der Bühne auf. Gazinos, das sind Nachtclubs mit Livemusik und Restaurantbetrieb. In der Türkei gibt es davon viele – die großen, bekannten aus den »goldenen Zeiten«, und die weniger angesehenen, versteckt in engen, dunklen Gassen. Auch in Berlin gab es Gazinos – doch heute ist diese Tradition so gut wie ausgestorben.

Entlang der Lieder vergangener Zeiten entspinnt sich die Geschichte einer ungewöhnlichen jungen Frau aus der Türkei der fünfziger Jahre bis ins heutige Berlin. Ein Lebensweg zwischen den Kulturen, zwischen Bosporus und Spree – immer auf der Suche, immer auf halbem Weg. Wir durchleben im ersten Teil ihre Kindheit und Jugend in der noch jungen türkischen Republik zwischen ökonomischen Nöten, Aberglaube und Aufbruch und folgen ihrer Reise im zweiten Teil als Gastarbeiterin in Berlin bis zu ihrem politischen und sexuellen Erwachen.

In jedem Teil wird jeweils eine andere Dekade und deren Lieder in den Blick genommen. Aus den Erfahrungen der ersten Generation entsteht so eine Erinnerung und Gegenwartsbefragung, indem sich das Ensemble pro Teil mehr und mehr selbst in die Geschichte mit hineinschreibt, kommentiert und Erinnerungen der eigenen Elterngeneration einfügt. Durch die Retrospektive versucht Gazino Berlin zu verstehen, was uns die Vergangenheit über unsere Gegenwart und vielleicht sogar unsere Zukunft verrät.

So wie jeder der beiden Romanteile bei Özdamar eine sehr unterschiedliche Sprache und Stilistik gefunden hat, spielt auch auf der Bühne jeder Teil mit einer eigenständigen Form für die jeweilige Wegstrecke unserer Protagonistin: während im ersten Teil die Schauspiel-Szenen und Musik interdisziplinär mit Live-Kamera und Video verwoben werden, sucht der zweite Teil eine abstraktere Form über den Wechsel von gelesenen Romanpassagen und den Liedern.

Teil 1 – #Özlem ist Sehnsucht (Schauspiel + Musik)

Im ersten Teil werden die Umstände einer Kindheit und Jugend in der Türkei der 50er Jahre geschildert, die eine junge Frau schließlich zum Gehen nach Deutschland bewegen. Von der Geburt in Malatya, Anatolien, Ende der 40er Jahre, bis zur Zugfahrt nach Deutschland Mitte der 60er, begleiten wir das Heranwachsen eines Mädchens und die Odyssee ihrer Familie durch die Türkei – von Istanbul über Bursa bis nach Ankara – auf der Suche nach Arbeit. Während das Mädchen Kindheit und Jugend durchlebt, bleibt die Familie in permanenter Bewegung, innerlich und äußerlich. Die Zerrissenheit des Landes zwischen Tradition und Moderne spiegelt sich auch in der Familie wider. Da gibt es die alten Mythen, von der Großmutter erzählt, die Geisterbeschwörungen und die traditionelle Strenge, ebenso wie die Versprechungen des modernen Lebens mit den Nachtclubs, den amerikanischen Kinofilmen, den Aufstiegshoffnungen und der Sehnsucht nach einem guten Leben. Als die junge türkische Republik zunehmend auch politisch in die Krise gerät, die in dem ersten Militärputsch von 1960 gipfelt, sucht die Familie und vor allem unsere junge Frau nach einem Neubeginn.

Teil 2 – #İşçi heißt Arbeiter*in (Szenische Lesung + Musik)

Der nachfolgende Teil setzt die Erzählung mit den Erlebnissen der jungen, kaum erwachsen gewordenen Frau als Gastarbeiterin bei Telefunken im West-Berlin der 60er Jahre fort. Während sie tagsüber im Akkord Radiolampen bearbeitet, träumt sie abends davon, Schauspielerin zu werden. Von der Einsamkeit, der kontrollierenden Frauengemeinschaft in Fabrik und Wohnheim, der Fabrikarbeit und dem starken Heimweh nach ihrer Mutter löst sie sich durch die Begegnung mit dem anderen Berlin – das der Straße, der alten Tanzlokale, der Kneipen, der Arbeitervereine und der Studentenunruhen. Wieder wird sie von den politischen Strömungen der Zeit mitgerissen, findet dabei Freunde, ihre erste Liebe und sexuelle Freiheit, aber bleibt auch immer auf der Suche nach einer inneren Heimat.

Der geplante dritte Teil kann corona-bedingt leider noch nicht zur Aufführung kommen.

Vorsicht ist weiterhin geboten!
Um eine Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern und eure Gesundheit und die unserer Mitarbeiter*innen zu schützen, finden alle unsere Vorstellungen unter strenger Einhaltung der Hygiene-Schutzmaßnahmen statt. Wir sorgen über unsere Belüftungsanlage für regelmäßige Frischluftzufuhr. Getränke bekommt ihr an unserer Bar im Hof (solange das Wetter mitmacht).

Bitte beachtet folgende Abstands- und Hygiene-Regeln. Wir empfehlen außerdem die Nutzung der Corona Warn-App.

Heimathafen Neukölln, Karl-Marx-Straße 141, 12043 Berlin, Deutschland
HeimatSaalszenisch-musikalische ZeitreiseTheater

Teil 1 – Özlem ist Sehnsucht – Einlass 19:00h (Saal)

Ticket
MI 27.1.2021
20:00h
Zu Kalender hinzufügen 01/27/2021 8:00 pm 01/27/2021 10:00 pm Germany/Berlin GAZINO BERLIN – Heimathafen Neukölln

Eine szenisch-musikalische Zeitreise zwischen Bosporus und Spree (Teil 1 – Özlem ist Sehnsucht / Teil 2 – İşçi heißt Arbeiter*in)


Gazino Berlin bringt erstmalig die große Migrations- und Berlin-Istanbul-Trilogie »Sonne auf halbem Weg« von Emine Sevgi Özdamar zur Aufführung und lädt das Publikum ein, sich gemeinsam auf die Zeitreise durch die Jahrzehnte vor und nach dem Anwerbe-Abkommen zu begeben.

Gökşen Güntel und ihr Ensemble kreieren dazu mit der vierköpfigen Band um Turgay Ayaydınlı und Aziza A. ein zeitgemäßes glamouröses Gazino, lassen klassische türkische Musik auf die damals zeitgenössische Popmusik treffen und schlagen dabei immer wieder einen Bogen ins Heute. Bei Raki, Wein und Bier werden nicht nur die größten, absurdesten, traurigsten oder komischsten Momente der vergangenen Zeiten erlebbar – auch Gazino-Stars von damals wie Zeki Müren leben noch einmal auf der Bühne auf. Gazinos, das sind Nachtclubs mit Livemusik und Restaurantbetrieb. In der Türkei gibt es davon viele – die großen, bekannten aus den »goldenen Zeiten«, und die weniger angesehenen, versteckt in engen, dunklen Gassen. Auch in Berlin gab es Gazinos – doch heute ist diese Tradition so gut wie ausgestorben.

Entlang der Lieder vergangener Zeiten entspinnt sich die Geschichte einer ungewöhnlichen jungen Frau aus der Türkei der fünfziger Jahre bis ins heutige Berlin. Ein Lebensweg zwischen den Kulturen, zwischen Bosporus und Spree – immer auf der Suche, immer auf halbem Weg. Wir durchleben im ersten Teil ihre Kindheit und Jugend in der noch jungen türkischen Republik zwischen ökonomischen Nöten, Aberglaube und Aufbruch und folgen ihrer Reise im zweiten Teil als Gastarbeiterin in Berlin bis zu ihrem politischen und sexuellen Erwachen.

In jedem Teil wird jeweils eine andere Dekade und deren Lieder in den Blick genommen. Aus den Erfahrungen der ersten Generation entsteht so eine Erinnerung und Gegenwartsbefragung, indem sich das Ensemble pro Teil mehr und mehr selbst in die Geschichte mit hineinschreibt, kommentiert und Erinnerungen der eigenen Elterngeneration einfügt. Durch die Retrospektive versucht Gazino Berlin zu verstehen, was uns die Vergangenheit über unsere Gegenwart und vielleicht sogar unsere Zukunft verrät.

So wie jeder der beiden Romanteile bei Özdamar eine sehr unterschiedliche Sprache und Stilistik gefunden hat, spielt auch auf der Bühne jeder Teil mit einer eigenständigen Form für die jeweilige Wegstrecke unserer Protagonistin: während im ersten Teil die Schauspiel-Szenen und Musik interdisziplinär mit Live-Kamera und Video verwoben werden, sucht der zweite Teil eine abstraktere Form über den Wechsel von gelesenen Romanpassagen und den Liedern.

Teil 1 – #Özlem ist Sehnsucht (Schauspiel + Musik)

Im ersten Teil werden die Umstände einer Kindheit und Jugend in der Türkei der 50er Jahre geschildert, die eine junge Frau schließlich zum Gehen nach Deutschland bewegen. Von der Geburt in Malatya, Anatolien, Ende der 40er Jahre, bis zur Zugfahrt nach Deutschland Mitte der 60er, begleiten wir das Heranwachsen eines Mädchens und die Odyssee ihrer Familie durch die Türkei – von Istanbul über Bursa bis nach Ankara – auf der Suche nach Arbeit. Während das Mädchen Kindheit und Jugend durchlebt, bleibt die Familie in permanenter Bewegung, innerlich und äußerlich. Die Zerrissenheit des Landes zwischen Tradition und Moderne spiegelt sich auch in der Familie wider. Da gibt es die alten Mythen, von der Großmutter erzählt, die Geisterbeschwörungen und die traditionelle Strenge, ebenso wie die Versprechungen des modernen Lebens mit den Nachtclubs, den amerikanischen Kinofilmen, den Aufstiegshoffnungen und der Sehnsucht nach einem guten Leben. Als die junge türkische Republik zunehmend auch politisch in die Krise gerät, die in dem ersten Militärputsch von 1960 gipfelt, sucht die Familie und vor allem unsere junge Frau nach einem Neubeginn.

Teil 2 – #İşçi heißt Arbeiter*in (Szenische Lesung + Musik)

Der nachfolgende Teil setzt die Erzählung mit den Erlebnissen der jungen, kaum erwachsen gewordenen Frau als Gastarbeiterin bei Telefunken im West-Berlin der 60er Jahre fort. Während sie tagsüber im Akkord Radiolampen bearbeitet, träumt sie abends davon, Schauspielerin zu werden. Von der Einsamkeit, der kontrollierenden Frauengemeinschaft in Fabrik und Wohnheim, der Fabrikarbeit und dem starken Heimweh nach ihrer Mutter löst sie sich durch die Begegnung mit dem anderen Berlin – das der Straße, der alten Tanzlokale, der Kneipen, der Arbeitervereine und der Studentenunruhen. Wieder wird sie von den politischen Strömungen der Zeit mitgerissen, findet dabei Freunde, ihre erste Liebe und sexuelle Freiheit, aber bleibt auch immer auf der Suche nach einer inneren Heimat.

Der geplante dritte Teil kann corona-bedingt leider noch nicht zur Aufführung kommen.

Vorsicht ist weiterhin geboten!
Um eine Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern und eure Gesundheit und die unserer Mitarbeiter*innen zu schützen, finden alle unsere Vorstellungen unter strenger Einhaltung der Hygiene-Schutzmaßnahmen statt. Wir sorgen über unsere Belüftungsanlage für regelmäßige Frischluftzufuhr. Getränke bekommt ihr an unserer Bar im Hof (solange das Wetter mitmacht).

Bitte beachtet folgende Abstands- und Hygiene-Regeln. Wir empfehlen außerdem die Nutzung der Corona Warn-App.

Heimathafen Neukölln, Karl-Marx-Straße 141, 12043 Berlin, Deutschland
HeimatSaalszenisch-musikalische ZeitreiseTheater

Teil 1 – Özlem ist Sehnsucht – Einlass 19:00h (Saal)

Ticket
FR 19.2.2021
20:00h
Zu Kalender hinzufügen 02/19/2021 8:00 pm 02/19/2021 10:00 pm Germany/Berlin GAZINO BERLIN – Heimathafen Neukölln

Eine szenisch-musikalische Zeitreise zwischen Bosporus und Spree (Teil 1 – Özlem ist Sehnsucht / Teil 2 – İşçi heißt Arbeiter*in)


Gazino Berlin bringt erstmalig die große Migrations- und Berlin-Istanbul-Trilogie »Sonne auf halbem Weg« von Emine Sevgi Özdamar zur Aufführung und lädt das Publikum ein, sich gemeinsam auf die Zeitreise durch die Jahrzehnte vor und nach dem Anwerbe-Abkommen zu begeben.

Gökşen Güntel und ihr Ensemble kreieren dazu mit der vierköpfigen Band um Turgay Ayaydınlı und Aziza A. ein zeitgemäßes glamouröses Gazino, lassen klassische türkische Musik auf die damals zeitgenössische Popmusik treffen und schlagen dabei immer wieder einen Bogen ins Heute. Bei Raki, Wein und Bier werden nicht nur die größten, absurdesten, traurigsten oder komischsten Momente der vergangenen Zeiten erlebbar – auch Gazino-Stars von damals wie Zeki Müren leben noch einmal auf der Bühne auf. Gazinos, das sind Nachtclubs mit Livemusik und Restaurantbetrieb. In der Türkei gibt es davon viele – die großen, bekannten aus den »goldenen Zeiten«, und die weniger angesehenen, versteckt in engen, dunklen Gassen. Auch in Berlin gab es Gazinos – doch heute ist diese Tradition so gut wie ausgestorben.

Entlang der Lieder vergangener Zeiten entspinnt sich die Geschichte einer ungewöhnlichen jungen Frau aus der Türkei der fünfziger Jahre bis ins heutige Berlin. Ein Lebensweg zwischen den Kulturen, zwischen Bosporus und Spree – immer auf der Suche, immer auf halbem Weg. Wir durchleben im ersten Teil ihre Kindheit und Jugend in der noch jungen türkischen Republik zwischen ökonomischen Nöten, Aberglaube und Aufbruch und folgen ihrer Reise im zweiten Teil als Gastarbeiterin in Berlin bis zu ihrem politischen und sexuellen Erwachen.

In jedem Teil wird jeweils eine andere Dekade und deren Lieder in den Blick genommen. Aus den Erfahrungen der ersten Generation entsteht so eine Erinnerung und Gegenwartsbefragung, indem sich das Ensemble pro Teil mehr und mehr selbst in die Geschichte mit hineinschreibt, kommentiert und Erinnerungen der eigenen Elterngeneration einfügt. Durch die Retrospektive versucht Gazino Berlin zu verstehen, was uns die Vergangenheit über unsere Gegenwart und vielleicht sogar unsere Zukunft verrät.

So wie jeder der beiden Romanteile bei Özdamar eine sehr unterschiedliche Sprache und Stilistik gefunden hat, spielt auch auf der Bühne jeder Teil mit einer eigenständigen Form für die jeweilige Wegstrecke unserer Protagonistin: während im ersten Teil die Schauspiel-Szenen und Musik interdisziplinär mit Live-Kamera und Video verwoben werden, sucht der zweite Teil eine abstraktere Form über den Wechsel von gelesenen Romanpassagen und den Liedern.

Teil 1 – #Özlem ist Sehnsucht (Schauspiel + Musik)

Im ersten Teil werden die Umstände einer Kindheit und Jugend in der Türkei der 50er Jahre geschildert, die eine junge Frau schließlich zum Gehen nach Deutschland bewegen. Von der Geburt in Malatya, Anatolien, Ende der 40er Jahre, bis zur Zugfahrt nach Deutschland Mitte der 60er, begleiten wir das Heranwachsen eines Mädchens und die Odyssee ihrer Familie durch die Türkei – von Istanbul über Bursa bis nach Ankara – auf der Suche nach Arbeit. Während das Mädchen Kindheit und Jugend durchlebt, bleibt die Familie in permanenter Bewegung, innerlich und äußerlich. Die Zerrissenheit des Landes zwischen Tradition und Moderne spiegelt sich auch in der Familie wider. Da gibt es die alten Mythen, von der Großmutter erzählt, die Geisterbeschwörungen und die traditionelle Strenge, ebenso wie die Versprechungen des modernen Lebens mit den Nachtclubs, den amerikanischen Kinofilmen, den Aufstiegshoffnungen und der Sehnsucht nach einem guten Leben. Als die junge türkische Republik zunehmend auch politisch in die Krise gerät, die in dem ersten Militärputsch von 1960 gipfelt, sucht die Familie und vor allem unsere junge Frau nach einem Neubeginn.

Teil 2 – #İşçi heißt Arbeiter*in (Szenische Lesung + Musik)

Der nachfolgende Teil setzt die Erzählung mit den Erlebnissen der jungen, kaum erwachsen gewordenen Frau als Gastarbeiterin bei Telefunken im West-Berlin der 60er Jahre fort. Während sie tagsüber im Akkord Radiolampen bearbeitet, träumt sie abends davon, Schauspielerin zu werden. Von der Einsamkeit, der kontrollierenden Frauengemeinschaft in Fabrik und Wohnheim, der Fabrikarbeit und dem starken Heimweh nach ihrer Mutter löst sie sich durch die Begegnung mit dem anderen Berlin – das der Straße, der alten Tanzlokale, der Kneipen, der Arbeitervereine und der Studentenunruhen. Wieder wird sie von den politischen Strömungen der Zeit mitgerissen, findet dabei Freunde, ihre erste Liebe und sexuelle Freiheit, aber bleibt auch immer auf der Suche nach einer inneren Heimat.

Der geplante dritte Teil kann corona-bedingt leider noch nicht zur Aufführung kommen.

Vorsicht ist weiterhin geboten!
Um eine Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern und eure Gesundheit und die unserer Mitarbeiter*innen zu schützen, finden alle unsere Vorstellungen unter strenger Einhaltung der Hygiene-Schutzmaßnahmen statt. Wir sorgen über unsere Belüftungsanlage für regelmäßige Frischluftzufuhr. Getränke bekommt ihr an unserer Bar im Hof (solange das Wetter mitmacht).

Bitte beachtet folgende Abstands- und Hygiene-Regeln. Wir empfehlen außerdem die Nutzung der Corona Warn-App.

Heimathafen Neukölln, Karl-Marx-Straße 141, 12043 Berlin, Deutschland
HeimatSaalszenisch-musikalische ZeitreiseTheater

Teil 2 – İşçi heißt Arbeiter*in – Einlass 19:00h (Saal)

Ticket
SA 20.2.2021
20:00h
Zu Kalender hinzufügen 02/20/2021 8:00 pm 02/20/2021 10:00 pm Germany/Berlin GAZINO BERLIN – Heimathafen Neukölln

Eine szenisch-musikalische Zeitreise zwischen Bosporus und Spree (Teil 1 – Özlem ist Sehnsucht / Teil 2 – İşçi heißt Arbeiter*in)


Gazino Berlin bringt erstmalig die große Migrations- und Berlin-Istanbul-Trilogie »Sonne auf halbem Weg« von Emine Sevgi Özdamar zur Aufführung und lädt das Publikum ein, sich gemeinsam auf die Zeitreise durch die Jahrzehnte vor und nach dem Anwerbe-Abkommen zu begeben.

Gökşen Güntel und ihr Ensemble kreieren dazu mit der vierköpfigen Band um Turgay Ayaydınlı und Aziza A. ein zeitgemäßes glamouröses Gazino, lassen klassische türkische Musik auf die damals zeitgenössische Popmusik treffen und schlagen dabei immer wieder einen Bogen ins Heute. Bei Raki, Wein und Bier werden nicht nur die größten, absurdesten, traurigsten oder komischsten Momente der vergangenen Zeiten erlebbar – auch Gazino-Stars von damals wie Zeki Müren leben noch einmal auf der Bühne auf. Gazinos, das sind Nachtclubs mit Livemusik und Restaurantbetrieb. In der Türkei gibt es davon viele – die großen, bekannten aus den »goldenen Zeiten«, und die weniger angesehenen, versteckt in engen, dunklen Gassen. Auch in Berlin gab es Gazinos – doch heute ist diese Tradition so gut wie ausgestorben.

Entlang der Lieder vergangener Zeiten entspinnt sich die Geschichte einer ungewöhnlichen jungen Frau aus der Türkei der fünfziger Jahre bis ins heutige Berlin. Ein Lebensweg zwischen den Kulturen, zwischen Bosporus und Spree – immer auf der Suche, immer auf halbem Weg. Wir durchleben im ersten Teil ihre Kindheit und Jugend in der noch jungen türkischen Republik zwischen ökonomischen Nöten, Aberglaube und Aufbruch und folgen ihrer Reise im zweiten Teil als Gastarbeiterin in Berlin bis zu ihrem politischen und sexuellen Erwachen.

In jedem Teil wird jeweils eine andere Dekade und deren Lieder in den Blick genommen. Aus den Erfahrungen der ersten Generation entsteht so eine Erinnerung und Gegenwartsbefragung, indem sich das Ensemble pro Teil mehr und mehr selbst in die Geschichte mit hineinschreibt, kommentiert und Erinnerungen der eigenen Elterngeneration einfügt. Durch die Retrospektive versucht Gazino Berlin zu verstehen, was uns die Vergangenheit über unsere Gegenwart und vielleicht sogar unsere Zukunft verrät.

So wie jeder der beiden Romanteile bei Özdamar eine sehr unterschiedliche Sprache und Stilistik gefunden hat, spielt auch auf der Bühne jeder Teil mit einer eigenständigen Form für die jeweilige Wegstrecke unserer Protagonistin: während im ersten Teil die Schauspiel-Szenen und Musik interdisziplinär mit Live-Kamera und Video verwoben werden, sucht der zweite Teil eine abstraktere Form über den Wechsel von gelesenen Romanpassagen und den Liedern.

Teil 1 – #Özlem ist Sehnsucht (Schauspiel + Musik)

Im ersten Teil werden die Umstände einer Kindheit und Jugend in der Türkei der 50er Jahre geschildert, die eine junge Frau schließlich zum Gehen nach Deutschland bewegen. Von der Geburt in Malatya, Anatolien, Ende der 40er Jahre, bis zur Zugfahrt nach Deutschland Mitte der 60er, begleiten wir das Heranwachsen eines Mädchens und die Odyssee ihrer Familie durch die Türkei – von Istanbul über Bursa bis nach Ankara – auf der Suche nach Arbeit. Während das Mädchen Kindheit und Jugend durchlebt, bleibt die Familie in permanenter Bewegung, innerlich und äußerlich. Die Zerrissenheit des Landes zwischen Tradition und Moderne spiegelt sich auch in der Familie wider. Da gibt es die alten Mythen, von der Großmutter erzählt, die Geisterbeschwörungen und die traditionelle Strenge, ebenso wie die Versprechungen des modernen Lebens mit den Nachtclubs, den amerikanischen Kinofilmen, den Aufstiegshoffnungen und der Sehnsucht nach einem guten Leben. Als die junge türkische Republik zunehmend auch politisch in die Krise gerät, die in dem ersten Militärputsch von 1960 gipfelt, sucht die Familie und vor allem unsere junge Frau nach einem Neubeginn.

Teil 2 – #İşçi heißt Arbeiter*in (Szenische Lesung + Musik)

Der nachfolgende Teil setzt die Erzählung mit den Erlebnissen der jungen, kaum erwachsen gewordenen Frau als Gastarbeiterin bei Telefunken im West-Berlin der 60er Jahre fort. Während sie tagsüber im Akkord Radiolampen bearbeitet, träumt sie abends davon, Schauspielerin zu werden. Von der Einsamkeit, der kontrollierenden Frauengemeinschaft in Fabrik und Wohnheim, der Fabrikarbeit und dem starken Heimweh nach ihrer Mutter löst sie sich durch die Begegnung mit dem anderen Berlin – das der Straße, der alten Tanzlokale, der Kneipen, der Arbeitervereine und der Studentenunruhen. Wieder wird sie von den politischen Strömungen der Zeit mitgerissen, findet dabei Freunde, ihre erste Liebe und sexuelle Freiheit, aber bleibt auch immer auf der Suche nach einer inneren Heimat.

Der geplante dritte Teil kann corona-bedingt leider noch nicht zur Aufführung kommen.

Vorsicht ist weiterhin geboten!
Um eine Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern und eure Gesundheit und die unserer Mitarbeiter*innen zu schützen, finden alle unsere Vorstellungen unter strenger Einhaltung der Hygiene-Schutzmaßnahmen statt. Wir sorgen über unsere Belüftungsanlage für regelmäßige Frischluftzufuhr. Getränke bekommt ihr an unserer Bar im Hof (solange das Wetter mitmacht).

Bitte beachtet folgende Abstands- und Hygiene-Regeln. Wir empfehlen außerdem die Nutzung der Corona Warn-App.

Heimathafen Neukölln, Karl-Marx-Straße 141, 12043 Berlin, Deutschland
HeimatSaalszenisch-musikalische ZeitreiseTheater

Teil 2 – İşçi heißt Arbeiter*in – Einlass 19:00h (Saal)

Ticket

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