ULTRASCHALL 2019


Do 17.01.2019, 23.00 Uhr - Séverine Ballon

Séverine Ballon ist eine furchtlose Forscherin am Violoncello. Unzählige Werke wurden für sie geschrieben, sie meistert virtuose Steilhänge ebenso wie die Abenteuer des Performativen. Beides wird auch in ihrem Solo-Recital zu erleben sein.
Ashley Fure, 2018 Gast des Berliner Künstlerprogramm des DAAD, thematisiert in ihrem Werk den Doppelcharakter des Violoncellos: einerseits als erhabenes, ästhetisiertes Objekt, andererseits als ein Amalgam aus Holz, Haaren und Leim. Sie zeigt »die Narben, die der kreative Akt auf dem manipulierten Instrument hinterlässt«.
In die Weiten des Weltraums entführt uns Liza Lim. Aus der Entdeckung, dass sich unter der Eiskruste des Saturn-Mondes Enceladus ein riesiger Ozean befinden müsse, entwickelt die australische Komponistin eine ätherische Klangwelt. Auch Timothy McCormack, der Klänge nicht zuletzt als physikalische Masse versteht, wählte eine
geologische Metapher für sein Werk: glaziale Verschiebungen, das ›Wandern der Gletscher‹, die zu völlig neuen Landschaftsformationen führen.
Vom Tod spricht hingegen Francesca Verunelli in
Ultimi fiori, vom Tod und der »Schwierigkeit, das ›nie mehr‹ zu verstehen«. Entstanden ist eine Canzone von extremer Intensität, »eine lange und eindrückliche Melodie für zwei Stimmen«.


Im Radio:
Deutschlandfunk Kultur, Konzert, 19.02.2019, 19.05 Uhr
kulturradio vom rbb, Musik der Gegenwart, 27.03.2018, 21.04 Uhr



Timothy McCormack
Drift Matter (2013) 14’
für Violoncello solo

Francesca Verunelli
Ultimi fiori (2016/18) 19’
für Violoncello solo

Séverine Ballon
inconnaissance (2018) 12’
für Violoncello solo

Ashley Fure
Wire and Wool (2009) 7‘
für Violoncello und Elektronik

Liza Lim
an ocean beyond earth (2016) 15’
Installation für Violoncello, präpariert mit Schnur und Violine

Séverine Ballon, Violoncello


©Pierre Gondard2

--------------------------------------------

Außerdem im Festivalprogramm

Do 17.01.2019, 19 Uhr - Quatuor Diotima

Zwei junge Komponist*innen treffen in diesem Konzert auf einen arrivierten, jüngst mit dem Ernst von Siemens Musikpreis ausgezeichneten Komponisten – und gewinnen dem altehrwürdigen Streichquartett höchst unterschiedliche Töne ab.
›Chants, cris, chuchotements‹ (Lieder, Schreie, Flüstern) lautet der Untertitel des kürzlich vom Quatuor Diotima in Luxembourg uraufgeführten Streichquartetts von Sivan Eldar. Inspiriert von der Poesie der britischen Autorin Fiona Sampson erkundet die junge Komponistin Grenzen als Angebote. »In Soli, Duetten, Trios und im Quartett tauschen die Musiker Worte in Form von Gesten aus«, sagt Eldar, die für dieses Werk mit der Szenografin Aurélie Lemaignen zusammenarbeitet.
Wie umgehen mit der übermächtigen Tradition der Gattung Streichquartett? Malte Giesens
Divertimento setzt sich auf mitunter recht rabiate Weise mit der klassischen Vergangenheit auseinander, dreht markante Stellen und musikalische Standardsituationen durch den Fleischwolf des Sound Processing – und verändert mit den Oberflächen letztlich auch die Substanz.
Beat Furrers
III. Streichquartett ist eine »große, ununterbrochene Erzählung«, vielfach verschachtelt und zerteilt, in umgekehrter Erzählrichtung. »Mich hat interessiert, was das in der Musik heißt: das Prozesshafte, wo die Musik einen Sog erzeugt. Und darum musste das Stück auch lang sein.« Und auch hier taucht plötzlich längst Vergangenes auf und wird vom Gegenwärtigen überlagert.


Im Radio:
Deutschlandfunk Kultur, Konzert, 17.01.2019, ca. 21.00
kulturradio vom rbb, Musik der Gegenwart, 20.03.2019, 21.04 Uhr



Sivan Eldar
Solicitations (2018) 11‘
für Streichquartett
Deutsche Erstaufführung

Malte Giesen
Divertimento – Veränderung an Oberflächen (2014) 11‘
für Streichquartett und Elektronik

Beat Furrer
III. Streichquartett (2004) 51‘

Quatuor Diotima
Yun-Peng Zhao, Violine
Constance Ronzatti, Violine
Franck Chevalier, Viola
Pierre Morlet, Violoncello

Konzert in Kooperation mit dem Wissenschaftskolleg Berlin.





Do 17.01.2019, 21.30 Uhr - Mixtura/Hildegard Rützel

Drei heterogene ›Stimmen‹ treffen aufeinander. Alle drei verwenden Luft zur Tongebung: schwingende Stimmbänder, als Doppelrohrblatt und mit durchschlagenden Zungen. Dabei steht bei den beiden Instrumenten die Schalmei als Vertreterin der Alten Musik dem erst im 19. Jahrhundert in der heutigen Form erfundenen Akkordeon gegenüber. Eine Kombination, die in dieser Form bislang einzigartig ist – und ein willkommenes klangliches Forschungsfeld für die zeitgenössische Musik. Die Frage nach der Verbindung von Überliefertem und Gegenwart stellt sich in allen Werken. Während Annette Schlünz in ihren Neun Gesängen die Legende der cumäischen Sibylle aus dem 6. vorchristlichen Jahrhundert mit Lyrik der zeitgenössischen Dichterinnen Christa Wolf, Ulrike Draesner, Ulrike Schuster und Hannelore Becker verbindet, setzen sich Dániel Péter Biró (Auftragswerk des rbb) und Eres Holz in ihren Uraufführungen mit dem religiösen Quellen auseinander.

Im Radio:
Deutschlandfunk Kultur, Tonart Klassik, 28.01.2019, 01.05 Uhr
kulturradio vom rbb, Musik der Gegenwart, 06.02.2019, 21.04 Uhr

Johannes Ciconia
O rosa bella 3‘

Annette Schlünz
Neun Gesänge (2011) 15‘
für Stimme, Schalmei und Akkordeon
Uraufführung der überarbeiteten Fassung

Johannes Ciconia
Gli atti col danzar 2‘

Eres Holz
Madrigal (2018) 12‘
für Schalmei und Akkordeon
Uraufführung

Johannes Ciconia
Gli atti col danzar II 1‘
O felix templum jubila 3‘
Venetia mundi splendor 3‘

Dániel Péter Biró
De Natura et Origine (2018) 18‘
für Stimme, Schalmei und Akkordeon
Uraufführung – Auftragswerk rbb


Hildegard Rützel, Mezzosopran
Mixtura:
Katharina Bäuml, Schalmei
Margit Kern, Akkordeon




(c)_Bratto_von_Boehmer

 EINTRITT 

Vorverkauf: 15,- €, ermäßigt: 10,- € | Kombiticket: 33,-



 KARTEN 

Tickets gibt es an unserer Tageskasse (Mo. - Fr. 10:00 - 17:00 Uhr), in unserem Onlineshop oder an allen bekannten Konzert- & Theaterkassen

Kombitickets für den 17.01. oder den 19.01. gibt es hier zu erwerben -- Tageskarten

Tel 56 82 13 40 oder karten@heimathafen-neukoelln.de




 TERMINE 

Donnerstag, 17.01.2019, 23:00 Uhr   




Ein Dankeschön

Ein Dankeschön


...