ULI HANNEMANN: HIPSTER WIRD'S NICHT


Neulich in Neukölln … Lesung


Schlauchschals, Stofftaschen, merkwürdige Mützen und dummes, unpolitisches Geschwätz: So nimmt der 44jährige Thomas seine jungen Mitbewohner wahr, als der Eigenbrötler diverser umständehalber in die Nord-Neuköllner Hipster-WG einziehen muss.

Diese Umstände sind der Reihe nach: Seine Freundin Annabel, die ihn bislang ausgehalten hat. Sie hat die Nase gestrichen voll von seinen Affären und schmeißt ihn endlich raus. Die andauernde Mittellosigkeit des einstmals erfolgreichen, nun aber irgendwie aus der Zeit gefallenen Slammers. Seine Inkompatibilität mit dem Pullunder-Öko Piet, dem neuen Freund seiner alten Freundin Doreen, bei der er vorübergehend unterschlüpft. Und nicht zuletzt seine Schwäche für die 25jährige Franziska, Mitglied besagter WG, die er nach einem für ihn desaströsen Poetry Slam im Neuköllner Norden kennenlernt.

Der Clash der Kulturen und Generationen bahnt sich bereits bei der Vorstellungsrunde in der Wohngemeinschaft an: Hier die selbstgerechte und pseudolinke Art des Älteren, dort die bewusstseinsarme, stilverliebte und feierfreudige Mentalität der Jüngeren. Und wo ist bloß sein altes Neukölln abgeblieben? Statt Backshops gibt es nun Cafés, die Chai Latte anbieten, ein Neuseeländer entwickelt wahnsinnige Dönervariationen und das „Zille-Eck“ ist der neue Szenetreff.

Thomas darf einziehen, wenn auch nur zur Probe, und nach anfänglicher Zurückhaltung entwickelt sich zwischen ihm und Franziska eine kleine Liebesgeschichte, die ihn sich anpassen lässt. Mehr und mehr kleidet er sich wie die Jungen, verkracht sich mit seinen alten Kreuzberger Spät-Sponti-Freunden und fängt im „Zille-Eck“ als Tresenkraft an, sein erster Brotjob seit Jahren.

Doch als das „Zille-Ecke“ von den Gentrifizierungsgegnern der NsdAp („Nichtsüddeutsche Altpunks) überfallen wird, gerät Thomas unter Verdacht und hat bei den Hipstern einen zunehmend schwereren Stand. Denn zum einen ist klar, dass er weiß, wer hinter dem Anschlag steckt, und zum anderen führt mindestens eine Spur in die WG...


Uli Hannemann, geboren 1965 in Braunschweig, lebt als Autor in Berlin-Neukölln. Er ist Mitglied der Berliner Lesebühne »LSD - Liebe statt Drogen« sowie der »Reformbühne Heim & Welt«. Bisher erschienen seine Textsammlungen: »Neulich in Neukölln - Notizen von der Talsohle des Lebens« (2008), »Neulich im Taxi: Notizen vom zweitältesten Gewerbe der Welt« (2009), »Neukölln, mon Amour - Anekdoten vom Boden der Tatsachen« (2011) und »Wenn der Kuchen schweigt, sprechen die Krümel - Neue Geschichten« (2012). »Hipster wird's nicht« ist sein erster Roman.


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